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  • Kay Christiansen

    Der „DJ Ötzi von der Geest“

    Wenn Kay Christiansen gebucht wird, dann damit er singt, Stimmung macht. Doch auf der Bühne ist er im Grunde nie er selbst, vor allem nicht in den Augen jener, die ihm zujubeln. „Ist die Mütze erst einmal auf, bin ich ein anderer Mensch“, sagt der 43-Jährige aus Böxlund an der deutsch-dänischen Grenze. Kay Christiansen ist Double: Eines von  neun DJ-Ötzi-Doubles in ganz Deutschland.

    Er sieht aus wie DJ Ötzi, wenn er singt, hört er sich an wie DJ Ötzi, und wenn man vor dem geselligen, liebenswerten Typen mit wasserstoffblonder Stoppelhaarfrisur und Rund-um-den-Mund-Bart steht, denkt man auch irgendwie, er ist DJ Ötzi. Doch eines fehlt: Der österreichische Dialekt des Originals. Den ahmt Christiansen, der seit 15 Jahren in Böxlund wohnt und im benachbarten Weesby geboren wurde, nicht nach. „Ich bin eben der DJ Ötzi von der Geest“, sagt er. Doch noch etwas unterscheidet das einzige DJ-Ötzi-Double Schleswig-Holsteins, dem oft nachgesagt wird, auch deutschlandweit der beste Doppelgänger zu sein, vom echten DJ Ötzi: Wenn Kay Christiansen auftritt und Party-Schlager singt, stehen vor ihm nicht immer tausende Menschen. Es müssen nicht mal 100, nicht mal zehn sein: Ein einziger Mensch reicht, und Kay Christiansen kommt. Denn für ihn ist ein Auftritt nicht gleich ein Auftritt. Er fährt zu Stadt-, Dorf-, Senioren- oder Schulfesten und vielen anderen Veranstaltungen in ganz Deutschland, doch mehrere Male im Jahr gibt er auch Konzerte für einen guten Zweck, bei denen er auf seine gesamte oder einen Teil seiner Gage verzichtet.

    Noch immer kann er nicht wirklich glauben, wie sich sein Leben in den vergangenen sechs Jahren verändert hat. Bevor er zur Kopie von DJ Ötzi wurde, war der gelernte Landwirt Vertreter für Tiernahrung. „Ich hatte einen Seitenscheitel, Vollbart, immer einen Anzug an – richtig spießig, wie ein Vertreter eben aussieht“, erinnert er sich. Eines Tages, im Jahr 2004, war es dann soweit: Er selbst wollte eine Veränderung, die Kinder hatten eh schon genörgelt, er sehe unmöglich aus. Und so suchte er einen Friseur im benachbarten Medelby auf und sagte der Friseurin: „Mach mich anders!“ Eine Kundin, die im Laden saß, empfahl spontan: „Mach ihn blond, dann sieht er aus wie DJ Ötzi.“ Er selbst habe vorher nicht im geringsten daran gedacht, einmal DJ-Ötzi-Double zu werden, zumal er dem Original vor dem Umstyling überhaupt nicht geähnelt habe. Doch auch nach der Veränderung wollte er es erst nicht wahrhaben. Als aber bei der Silberhochzeit von Freunden sogar der DJ gesagt habe: „Wenn du das nicht machst, hast du selber Schuld“, habe er eingesehen, dass es gar keine so schlechte Idee ist. Dann lernte er „die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt“ kennen, zu denen etwa der Musiker „Big Harry“ zählt, und das Double-Dasein nahm seinen Lauf, die Anzahl der Auftritte nahm stetig zu.

    An Verwechslungen hat sich Kay Christiansen längst gewöhnt. „Alle denken, ich bin DJ Ötzi, wollen Autogramme oder Fotos.“ Er klärt dann auf, dass er nicht „der Echte“ ist… „meistens jedenfalls“, fügt er augenzwinkernd hinzu. 35 000 Autogrammkarten hat er seit 2004 geschrieben. Und eines beruhigt ihn: „Wenn ich in den Spiegel gucke, sehe ich immer noch Kay.“

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